Minnie kennenlernen: Wie wir unser perfektes Zuhause auf Rädern (in 48 Stunden) fanden
Aktualisiert: 10. Sept.
9. – 15. Juni 2025
📍Ort: Fort Pierce, Florida 🏕️Campingplatz: Road Runner Travel Resort, KOA Holiday

Wir tauschten das feuchte, vom Meerwasser umspülte Apartment in Hollywood gegen eine Hütte in Fort Pierce und erwarteten eigentlich einen Rückschritt. Zu unserer grossen Überraschung betraten wir ein Glamping-Paradies: eine brandneue Hütte, die nach frischem Holz und Luxus roch.
Leider hatten wir keine Zeit, es uns gemütlich zu machen. Wir hatten eine Deadline.
Zwischen der Reparatur des Schiebedachs am Truck (dieses rostige Ding ging direkt beim ersten Öffnen kaputt, sodass Alex es für immer manuell schliessen musste) und Lizas nächtlicher Verwandlung in eine Expertin für US-Versicherungstarife (Profi-Tipp: Vergleicht die Preise je nach Bundesstaat!), hatten wir noch einen riesigen Punkt auf unserer Liste: Den Wohnwagen finden.

Unsere Suche begann beim Giganten: Camping World. Unser Verkäufer, Eddie, war ein Goldstück und fuhr uns in einem Golfcart herum, um uns das Inventar zu zeigen. Wir verliebten uns sofort in einen brandneuen Jayco Feather – perfekter Grundriss, perfekter Stil, aber leider perfekt ausserhalb unseres Budgets. Dann kamen die „Closer“. Zuerst ein bulliger Verkaufsleiter; dann ein Finanztyp, der versuchte, uns mit der alten „Das können Sie nicht in Montana zulassen“-Masche Angst einzujagen. Wir hatten das alles schon gehört und kauften es ihnen nicht ab. Wir gingen mit vollen Portemonnaies, aber einer klaren Entscheidung: Wir wussten genau, was wir wollten, aber wir würden es auf dem privaten Markt finden.
Wir durchforsteten Craigslist, RV Trader und den Facebook Marketplace, bis wir eine heisse Spur in Port St. Lucie fanden. Mitch lud uns ein, sich seinen Winnebago Minnie anzusehen. Die Fotos waren unscharf, aber die Beschreibung war faszinierend. Der Trailer ist 28 Fuss lang, hat einen Slide-out und alles, was wir brauchen: ein Sofa, einen separaten Essbereich, genug Platz in der Küche für zwei, einen Ofen, eine Mikrowelle und einen grossen Kühlschrank mit Gefrierfach. Draussen gibt es eine zusätzliche Dusche, einen riesigen Stauraum, und drinnen gibt es ebenfalls viele verschiedene Schränke. Das Coolste ist das „Walk-through“-Badezimmer mit Zugang sowohl vom Schlafzimmer als auch vom Flur.
Sie lag etwas über unserem Budget, und Mitch liess beim Preis nicht mit sich reden. Wir gingen weg, um „eine Nacht darüber zu schlafen“, aber wir schafften es kaum bis zum Auto, bevor wir uns die Wahrheit eingestehen mussten: Das war unser Zuhause.
Taktiken von unterwegs: Bargeld lacht 💵 Wenn man in den USA von privat kauft, kommt man mit Kreditkarten nicht weit. Verkäufer wollen Bargeld. Seid gewarnt: Banken haben oft tägliche Auszahlungslimits. Wir mussten mehrmals losziehen, um den Stapel Scheine zusammenzukratzen, den wir für den Abschluss des Deals brauchten. Plant eure Liquidität im Voraus!
Am 12. Juni – nach nur zwei Tagen Suche – machten wir unsere zweite grosse Anschaffung. Bevor wir jedoch mit Minnie losdüsen konnten, gab es noch einen letzten Schluckauf. Die Anschlussbuchse unseres Trucks versagte – keine Bremslichter am Trailer. Bis wir die Ursache des Problems gefunden hatten (es war eine durchgebrannte Sicherung bei Fercho) und den Trailer an den Truck gekuppelt hatten, war es bereits 18:00 Uhr. Um unser Stresslevel noch weiter in die Höhe zu treiben, verzählte sich Mitchs Frau Mary Jane beim Geld und behauptete, es würde etwas fehlen. Zum Glück zählte Mitch noch einmal in Ruhe nach und fand zwei zusammenklebende Scheine. Krise abgewendet.
Wir zogen Minnie zu unserem allerersten Campingplatz. Wir beschlossen, die berühmte KOA-Kette auszuprobieren und besorgten uns eine Mitgliedschaft. Alex führte sein erstes Parkmanöver mit chirurgischer Präzision aus.

Wir hatten einen Wohnwagen, aber null Löffel, Tassen oder Teller. Das Abendessen war eine Siegesrunde in einem lokalen amerikanischen Diner. Am nächsten Tag gab es einen riesigen Grosseinkauf bei Walmart, um uns mit allem einzudecken, vom Geschirr bis zu den Grundnahrungsmitteln.
Am Abend des 13. Juni sassen wir in unseren neuen Campingstühlen, assen ein selbstgemachtes Grillgericht und lauschten dem leisen Summen des Campingplatzes. Wir haben sogar noch einen Strandtag dazwischengeschoben (obwohl wir gleichzeitig schon nach dem nächsten Campingplatz suchten und versuchten, die Beleuchtung des Wohnwagens zu verstehen).

Am 15. Juni haben wir angekuppelt. Vor uns lagen vier Stunden Fahrt. Die wahre Reise zum ersten State Park hatte offiziell begonnen.
















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