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Blues und Horror in Memphis, Tennessee

5. Juli
4 Min. Lesezeit

5. 8. Juli, 2025

📍Ort: Memphis, Tennessee 🏕️Campingplatz: Cook's Lake RV Park


Fussgängerzone Beale Street in Memphis, Tennessee
Fussgängerzone Beale Street in Memphis, Tennessee

Wir hatten im Voraus nicht viele genaue Pläne für diese Reise gemacht, aber ein paar Städte waren ein absolutes Muss, darunter Memphis, Tennessee. Wir wollten die „Heimat des Blues“ sehen und spüren, aber ehrlich gesagt, hat uns diese Stadt voller Widersprüche auch ein wenig gegruselt.


Wenn man von Süden nach Memphis fährt, kommt man an Graceland vorbei, dem berühmten Anwesen, auf dem sich die Villa von Elvis Presley befindet, die heute in ein Museum umgewandelt ist. Im Inneren können Besucher die Villa besichtigen und seine Autosammlung sowie zwei Privatflugzeuge (von denen eines nach seiner Tochter Lisa Marie benannt ist) mit ihren vergoldeten Waschbecken und anderen Annehmlichkeiten bewundern. Wir persönlich haben uns entschieden, die Tour auszulassen, da uns der Preis von 85 $ pro Person etwas zu happig war. Aber wenn man ein riesiger Elvis-Fan ist, liegt es direkt auf dem Weg in die Stadt!


Memphis begrüsste uns mit furchtbaren, kaputten Strassen. Fercho und Minnie waren nicht gerade begeistert. Wir fuhren weiter zu unserem Campingplatz, wo alles mit Gänsekot bedeckt war, also mussten wir erst einmal um uns herum wischen. Dafür bekamen wir einen Platz direkt am See. Und der Cook's Lake RV Park war wirklich gemütlich. Wir hatten einen Pool, einen Wäscheraum und einen netten Nachbarn, der uns sofort begrüsste. Weniger angenehme Nachbarn – Gänse, ein paar Dutzend von ihnen – watschelten ab und zu am Seeufer entlang, kamen aber dank der speziellen Abwehrlampe unseres Nachbarn nie zu nahe.


Atemberaubende Sonnenuntergänge am Cook's Lake
Atemberaubende Sonnenuntergänge am Cook's Lake
Ein Gänsemarsch im Cook's Lake RV Park
Ein Gänsemarsch im Cook's Lake RV Park

Zurück nach Memphis. Wir parkten ganz in der Nähe der Beale Street und betraten ein echtes Blues-Paradies. Die Fussgängerzone ist mit riesigen Gitarren dekoriert, von denen jede einem anderen Bluesmusiker gewidmet ist. Die Strasse besticht durch ihren Charme und ihr Aussehen; es fühlte sich an, als wären wir in die 1950er Jahre gereist. Es war heiss, also kühlten wir uns mit einem kalten Bier und Livemusik in einem Irish Pub ab.



Unser Shuttle-Fahrer in New Orleans hatte uns empfohlen, uns unbedingt das Phänomen des Peabody Hotels anzusehen. Seit den 1930er Jahren ist das Hotel für seinen „Duck March“ (Entenmarsch) bekannt. Jeden Tag um 11:00 und 17:00 Uhr watscheln die Peabody-Enten durch die Hotellobby. Als Teil dieser berühmten Tradition fahren die trainierten Enten vom Dach des Hotels mit dem Aufzug hinunter und watscheln dann, begleitet vom Peabody Duckmaster, über einen roten Teppich vom Aufzug zum Brunnen in der Lobby. Um 17:00 Uhr wiederholt sich das Ganze in umgekehrter Reihenfolge. Der Hotelmanager in den 1930er Jahren und seine Jagdfreunde dachten sich diesen Scherz nach einem lustigen Jagdausflug mit viel Tennessee Whiskey aus. Sie nahmen die Enten, die bei der Jagd als Lockvögel gedient hatten, und liessen sie im Hotelbrunnen schwimmen. Die Gäste reagierten mit grosser Begeisterung, und so nahm diese Tradition ihren Anfang. Im Jahr 1940 bot der ehemalige Zirkus-Tiertrainer Edward Pembroke seine Hilfe an und brachte den Enten den heute so berühmten Marsch bei. Pembroke wurde zum „Duck Master“ des Peabody und übte diese Position 50 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1991 aus. Wir durften dieses theatralische Spektakel, aufgeführt vom aktuellen Duckmaster, miterleben.



Memphis ist berühmt für seine aussergewöhnlich leckeren Barbecue-Rippchen. Und tatsächlich haben wir im B.B. King Blues Club, untermalt von Livemusik, einige der besten Rippchen unseres Lebens probiert. Das Fleisch ist so zart, dass man aufpassen muss, dass es nicht schon beim Anheben vom Knochen fällt.



Danach begann der seltsame und unheimliche Teil des Memphis-Erlebnisses. Um 20:00 Uhr kamen wir am Lorraine Motel an, wo Martin Luther King Jr. auf dem Balkon von Zimmer 306 ermordet wurde. Heute ist das Lorraine Motel nicht mehr in Betrieb. Die davor geparkten alten Autos sind Nachbildungen aus den 1960er Jahren. Das Gebäude selbst beherbergt heute das National Civil Rights Museum, und genau hier startete unsere ungewöhnliche Tour: „Memphis Ghost Tour: Mobsters, Madness, & Murder.“ Unsere junge Führerin schockierte uns direkt nach der Begrüssung mit der Frage, was wir überhaupt in der Stadt mit der höchsten Mordrate machen würden. Dem fügte sie hinzu, dass ihr selbst schon viermal eine Waffe ins Gesicht gehalten wurde. Unser Angstpegel stieg noch weiter, als wir verschiedene unheimliche Bars und Häuser in der Stadt besuchten. Bestimmten Zeugenaussagen zufolge soll es an diesen Orten spuken. Auch wenn wir keine Geister gesehen haben – sich bei zunehmender Dunkelheit an diesen unheimlichen Schauplätzen aufzuhalten und sich die gruseligen Geschichten anzuhören, tat seine „Wirkung“. Eine Stunde später waren wir froh, im Auto auf dem Heimweg zu sein. Erst da fühlten wir uns wieder sicher und konnten beruhigt schlafen.



TAKTIKEN FÜR UNTERWEGS ➡️Überspringt die Schlaglöcher der Stadt: Bucht einen Campingplatz weit ausserhalb der Stadtgrenzen, um furchtbare Strassen und zwielichtige Viertel zu meiden. Wir waren begeistert vom Cook's Lake RV Park nördlich von Memphis – tolle Preise, Blick auf den See, alle Annehmlichkeiten und ein Pool. Passt nur auf die ansässigen Gänse und ihre Hinterlassenschaften auf! ➡️ Blues-Paradies auf der Beale Street: Parken in der Innenstadt ist überraschend einfach, mit vielen kostenlosen Optionen. Schlendert durch die Fussgängerzone, schnappt euch ein kaltes Getränk in einem lokalen Pub und haltet Ausschau nach den wunderschön verzierten riesigen Gitarrenstatuen. ➡️ Schaut euch den Entenmarsch an: Besucht das Peabody Hotel um 11:00 oder 17:00 Uhr, um zu sehen, wie der Duckmaster die berühmten Vögel zum oder vom Brunnen in der Lobby führt. Profi-Tipp: Bestellt euch einen Drink an der Lobbybar für die bequemste Aussicht. ➡️ Verpasst diese Rippchen nicht: Memphis BBQ ist ein absolutes Muss. Wir empfehlen den B.B. King Blues Club wärmstens, wo ihr fantastische Rippchen mit unglaublichem Live-Blues kombinieren könnt. Beachtet nur, dass während der Live-Auftritte 10 $ Eintritt verlangt werden. ➡️ Überlegt es euch zweimal mit den Geistertouren: In Memphis gibt es viele gruselige Orte, aber die Geistertouren hier können wirklich düster und bedrückend werden. Unsere Tour war einmalig extrem – lest euch also unbedingt vorher die Bewertungen genau durch, um sicherzugehen, dass es auch wirklich das Richtige für euch ist.

Kommentare


Liza and Alex of LAtravelFoxes, standing on a rocky shoreline with their arms outstretched, wearing winter jackets and beanies, with a sunlit body of water and mountains behind them.

Hallo, wir sind die Foxes, auch bekannt als Liza & Alex oder L&A! Wir sind zwei Schweizer, die Nordamerika mit dem Truck Salem und Wohnwagen Minnie bereisen. Bleibt dran für echte Reisegeschichten und bewährte Tipps fürs RV Leben in Nordamerika als Ausländer

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