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Fort Clinch: Geschichte, Hitze und die Kunst des Campens im State Park

15. Juni
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Sept.

15. – 19. Juni, 2025

📍Ort: Fernandina Beach, Florida 🏕️Campingplatz: Fort Clinch State Park


Campingplatz im Fort Clinch State Park (Fernandina Beach, FL)
Campingplatz im Fort Clinch State Park (Fernandina Beach, FL)

Wenn unser erster Stopp auf dem KOA eine Lektion in Sachen Bequemlichkeit war, dann war unser nächstes Ziel eine Lektion in der amerikanischen Camping-Hierarchie.

In den USA existieren Campingplätze auf einem breiten Spektrum. Auf der einen Seite gibt es private Ketten (wie KOA), die zuverlässig und vollgepackt mit Annehmlichkeiten sind. Auf der anderen Seite stehen die öffentlichen Parks – National, State und County Parks. Sie sind die Kronjuwelen des RV-Reisens: deutlich günstiger, mitten in atemberaubenden Naturlandschaften gelegen, bieten dafür aber oft weniger Annehmlichkeiten (meistens nur Wasser und Strom).

Wir nahmen die öffentlichen Parks ins Visier, um unser Budget zu schonen und so viel Natur wie möglich aufzusaugen. Aber die Sache hatte einen Haken: Es war Sommer in Florida. Die Amerikaner lieben ihre Camper, und die State Parks sind oft schon Monate im Voraus restlos ausgebucht. Sich einen Platz zu sichern, erfordert Geduld, ständiges Aktualisieren der Website und ein Quäntchen Glück. Glücklicherweise hatten wir alle drei. Wir ergatterten zwei Nächte im Fort Clinch State Park, und das Schicksal meinte es so gut mit uns, dass wir sogar noch um zwei weitere Nächte verlängern konnten.

Die Fahrt bis zur Grenze von Georgia war lang, aber Minnie und Fercho haben sie gut gemeistert – meistens jedenfalls. Fercho, unser Truck, sorgte dafür, dass wir auf dem Boden der Tatsachen blieben; der riesige Android-Bildschirm gab den Geist auf, sodass wir wie in alten Zeiten über das Handy navigieren mussten. Ausserdem mussten wir bei einem Camping World ranfahren, um ein sintflutartiges Florida-Gewitter auszusitzen – eine Erinnerung daran, wie schnell das Wetter hier umschlagen kann.


Doch als sich die Wolken verzogen, veränderte sich die Landschaft. Wir überquerten eine Kette kleiner, durch Brücken verbundener Inseln und liessen die geschäftigen Touristenstädte hinter uns, um nach Amelia Island zu gelangen. Das hier war nicht das Florida der Neonreklamen; das hier war wild, friedlich und voller Geschichte.


Strand im Fort Clinch State Park
Strand im Fort Clinch State Park

Fort Clinch ist genau das, wonach es klingt – eine Festung aus dem 19. Jahrhundert, die während des Bürgerkriegs im aktiven Dienst war. Wir rollten um 18:30 Uhr in den Park, genau als die goldene Stunde die Bäume erleuchtete. Einen 28-Fuss-Wohnwagen in einer naturbelassenen Umgebung zu parken, ist eine Kunstform, die wir erst noch meistern müssen; es brauchte ein komplettes U-Turn-Manöver des Gespanns, um Minnie in ihre Lücke zu winkeln, aber um 19:10 Uhr waren wir schliesslich zu Hause.

Der Kontrast zum privaten Campingplatz war absolut verblüffend. Hier ist man wirklich im Herzen der Natur. Wir schliefen zu einer Symphonie aus Grillen und Fröschen ein. Unsere Nachbarn waren nicht nur andere Camper; es waren Eichhörnchen, farbenfrohe Vögel und Mister Gürteltier. Er erschreckte uns in der ersten Nacht, als er durch das Unterholz raschelte, aber ab dem zweiten Abend warteten wir schon darauf, dass er seine tägliche Runde drehte.


Mr. Armadillo auf unserem Campingplatz
Mr. Armadillo auf unserem Campingplatz

Der Ozean hier ist genauso wild. Innerhalb von zwei Stunden beobachteten wir Delfine, die in der Brandung spielten, kurz darauf gefolgt von einem Hai, der nur wenige Meter entfernt vorbeizog – eine ernüchternde Erinnerung daran, dass das Meer ihnen gehört, nicht uns.

Wir lernen immer noch den Rhythmus des Trailer-Lebens. In unserer ersten Nacht machten wir den typischen Anfängerfehler, drinnen auf dem Gasherd zu kochen. Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich Minnie in eine Sauna. Wir verstanden schnell, warum jeder Campingplatz eine Feuerstelle und einen Grill hat. Von da an verlegten wir die Küche nach draussen und schafften es sogar, einen Topf Chili langsam über dem offenen Feuer zu köcheln.


Das Kochen wurde nach draussen verlegt
Das Kochen wurde nach draussen verlegt
Unser erstes Chili am Lagerfeuer
Unser erstes Chili am Lagerfeuer

Zwischen dem Abwähren der beissenden Florida-Fliegen und einem weiteren taktischen Walmart-Grosseinkauf, um unsere Küchenausstattung aufzurüsten, leben wir uns langsam ein. Es ist ruhiger hier. Es ist langsamer. Und es ist genau das, wonach wir gesucht haben.

Taktiken für unterwegs: Kennt eure Campingplätze ➡️Privat/Kette (z. B. KOA): Teurer, volle Annehmlichkeiten (Pool, Waschsalon, Full Hookups), einheitliche Standards. Gut für kurze Zwischenstopps. ➡️Öffentlich (State/National Parks): Budgetfreundlich, grössere Stellplätze, pure Natur. Meistens „Partial Hookups“ (nur Wasser/Strom). ➡️Dispersed Camping (Wildcamping): Kostenlos, auf öffentlichem Land (BLM), null Annehmlichkeiten. Für die absolut Autarken. 💡Profi-Tipp: State Parks sind schnell ausgebucht. Wenn ihr eine Stornierung seht, greift sofort zu!

Kommentare


Liza and Alex of LAtravelFoxes, standing on a rocky shoreline with their arms outstretched, wearing winter jackets and beanies, with a sunlit body of water and mountains behind them.

Hallo, wir sind die Foxes, auch bekannt als Liza & Alex oder L&A! Wir sind zwei Schweizer, die Nordamerika mit dem Truck Salem und Wohnwagen Minnie bereisen. Bleibt dran für echte Reisegeschichten und bewährte Tipps fürs RV Leben in Nordamerika als Ausländer

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